Das Appenzeller Heilbad in Unterrechstein plant eine Erweiterung mit Fitnessraum und Physiotherapieräumlichkeiten.

Das Appenzeller Heilbad in Unterrechstein macht einen weiteren Schritt in Richtung eines Gesundheitszentrums. Durch die Zusammenarbeit mit der Orthopädie St.Gallen sowie dem Bau eines öffentlichen Fitnessraumes will das Unternehmen zusätzliche Besuchersegmente erschliessen. Mit der Orthopädie St.Gallen, deren Ärzte Operationen in der Hirslandenklinik am Rosenberg in Heiden durchführen, hätten sie einen starken und kompetenten Partner im Bereich Rehabilitation gewinnen können, sagt Sandro Agosti, Vizepräsident des Verwaltungsrates und Geschäftsführer des Appenzeller Heilbads.

«Das bringt uns auf ein neues Level, die medizinische Komponente hat uns bisher gefehlt»

Die Bauarbeiten für die Erweiterung sollen im April beginnen. Der südseitige Trakt, auf welchem sich heute die Terrasse befindet, wird aufgestockt. Dort entsteht ein 200 Quadratmeter grosses Fitnesscenter sowie zwei Behandlungsräume für die Physiotherapie. Zuoberst auf dem Dach wird eine neue Terrasse gebaut, die vom Aussenbereich her zugänglich ist. «Von dort geniessen die Gäste eine wunderbare Aussicht ins Grüne und können sich an der frischen Luft bewegen oder in den Liegestühlen ausruhen», so Agosti.

Heilbad wurde kontinuierlich erweitert

Das 1983 eröffnete Heilbad wurde in den letzten Jahren kontinuierlich vergrössert. Im Jahr 2003 erhielt es einen Aussenschwimmbereich und im Jahr 2009 eine Saunalandschaft. 2017 wurde für vier Millionen Franken ein weiterer umfangreicher Umbau getätigt. Ein einladender Empfangsbereich entstand, Garderoben, Duschen sowie die Massage- und Behandlungsräume wurden neu gestaltet. Ein Bistro ergänzt das Angebot. «Ziel dieser Massnahme ist, dass die Besucher länger bei uns verweilen können», sagt Ursula Kuratli, Betriebsleiterin des Appenzeller Heilbads.

Der neue Gebäudeteil kommt auf die Terrasse rechts im Bild zu stehen.

Wie im Akutbereich gebe es auch in der Rehabilitation einen Trend weg von stationären Angeboten hin zu ambulanten, sagt Michel Stroeve, Leiter Physiotherapie der Orthopädie St.Gallen. «Orthopädische Patienten sind in der Regel relativ selbständig und brauchen keine Pflegeleistungen, sondern lediglich Physiotherapie.

«Mit unserem Kombiangebot wird im Heilbad eine ambulante Rehabilitation möglich. Das schwefelhaltige Wasser wirkt gegen Entzündungen und fördert die Heilung»

, so Sascha Niedzielski, Standortleiter der Physiotherapie im Heilbad. Nach einer Operation seien die Patienten arbeitsunfähig und hätten genügend Zeit. «Sie können im Heilbad ein mehrwöchiges Rehaprogramm absolvieren und auch die Wellnessangebote nutzen.» Niedzielski rechnet damit, dass auch Ärzte aus der Region vermehrt Patienten zur Physiotherapie ins Heilbad überweisen.

Der neue Fitnessraum steht nicht nur Physiopatienten zur Verfügung. Der mit vollelektronischen Fitnessgeräten ausgestattete Trainingszirkel kann auch von den Badegästen genutzt werden. Sie können zuerst im Fitnessraum ihre Muskeln beanspruchen, nachher im 35 Grad warmen Wasser oder in der Sauna entspannen.Das Einzugsgebiet liegt im Umkreis von einer Fahrstunde. Angst, dass das Heilbad künftig überlaufen sein könnte, hat Ursula Kuratli keine. «Wir verzeichnen am Wochenende die höchsten Besucherfrequenzen. Die Physiopatienten dagegen kommen unter der Woche zu uns, das ergänzt sich also sehr gut. Wenn das neue Angebot gut angelaufen ist, können wir über eine Ausdehnung der Öffnungszeiten nachdenken, da haben wir noch Spielraum.»